Aufbau und Module

In den Modulen 1 bis 6 werden grundlegende Kompetenzen für einen entwicklungsorientierten Unterricht in aktiver und kooperativer Form vermittelt. In den Lerngruppen-Seminaren zwischen den Modultagen erhalten Themen und Anliegen aus der individuellen Umsetzung in die Praxis einen geeigneten Raum; die Studierenden werden supervisorisch unterstützt. In den Modulen 7 und 8 werden die aufgebauten Kompetenzen in einem eigenen Projekt in der Praxis erprobt und wissen­schaftlich begleitet. Der Wissens­transfer und die Erkenntnisse werden im Rahmen einer Abschluss­ver­anstaltung in der Studiengruppe geteilt und gebührend gefeiert.

Modul 1

Umgang mit Vielfalt – eine Übersicht

Im Umgang mit heterogenen Lerngruppen und Klassen ist es von essenzieller Bedeutung, über ein fundiertes Grundlagenwissen zu allgemeinen Gesetzmässigkeiten der kindlichen Entwicklung mit den Schwerpunkten interindividuelle und intraindividuelle Variabilität zu verfügen. Dadurch wird ein Verständnis für verschiedene Entwicklungsverläufe und deren Auswirkungen auf die Entwicklung und das Lernen des Kindes geschaffen. Durch das Kennenlernen unterschiedlicher Entwicklungsprofile und Entwicklungsverläufe von normaler und abweichender Entwicklung sowie des Umganges damit im pädagogischen und interdisziplinären Team, wird Basiswissen für den entwicklungsorientierten Unterricht geschaffen.

Inhalte

  • Einführung in den Lehrgang
  • Theoretische Zugänge zu zentralen Begriffen der Entwicklungspsychologie
  • Kennenlernen hilfreicher Entwicklungsmodelle sowie Entwicklungsprofile und -verläufe
  • Verständnis für kategoriale Diagnosen und dimensionale Störungen sowie Norm und Abweichungen
  • Grundlagenwissen zu Inklusion und Integration
  • Förderorientierung im interdisziplinären Team

Modul 2

Entwicklungsorientierung im Mathematik- und Deutschunterricht

Ein entwicklungsorientierter Unterricht erfordert Kenntnisse der Lehrperson über Diagnose- und Fördermöglichkeiten sowie Fachkompetenzen in den jeweiligen Fächern. Für den Mathematik- und Deutschunterricht werden grundlegende Entwicklungsmodelle, Diagnose- und Fördermöglichkeiten sowie Handlungsoptionen eingeführt, praxisorientiert vertieft sowie für die interdisziplinäre Zusammenarbeit wahrgenommen und diskutiert.

Durch die enge Verknüpfung mit der Praxis wird ermöglicht, dass SchülerInnen bei der Entwicklung der Lese- und Schreibkompetenz und beim mathematischen Lernen entwicklungsorientiert begleitet werden können. Die Lehrpersonen werden qualifiziert, ihren Unterricht entwicklungsorientiert und integrativ zu gestalten.

Inhalte

  • Theoretischer Zugang zu Entwicklungsmodellen in Mathematik und Schriftspracherwerb
  • Verständnis für die normale und abweichende Entwicklung in den Kulturpraktiken
  • Möglichkeiten von Prävention und Prädiktion bei Rechenstörung und Lese-Rechtschreib-Störung
  • Aktive Auseinandersetzung mit Diagnosemitteln und Fördermöglichkeiten
  • Erarbeiten praxisorientierter Lernmethoden für einen integrativen Unterricht

Modul 3

Kognitive und emotionale Selbstregulation und ihre Bedeutung für den Schulerfolg

Selbstregulation und kognitive Kontrolle haben eine hohe Bedeutung für den individuellen Schulerfolg. Die Teilnehmenden werden in die Entwicklung des Selbstkonzepts und der Selbstwirksamkeit eingeführt. Sie lernen Programme zur Förderung von exekutiven Funktionen sowie von kognitiver und emotionaler Selbstregulierung im Unterricht kennen und befassen sich mit deren Wirksamkeit und Grenzen. Die Funktionen der Selbstregulation werden mit Blick auf die unterschiedlichen Entwicklungsstände eingehend besprochen; zudem werden Wege aufgezeigt, wie diese gefördert und unterstützt werden können. Die Entwicklungsorientierung beim Erwerb der überfachlichen Kompetenzen, die die Grundlage des Lernens liefern, steht bei diesem Modul im Fokus der wissenschaftlich fundierten und praxisorientierten Auseinandersetzung.

Inhalte

  • Verstehen von sozio-emotionaler Entwicklung als Lerninhalt
  • Wissen über Entwicklung von Kognition und Emotion
  • Verständnis für Hirnentwicklung und metakognitive Fähigkeiten
  • Erwerb und Aufbau von Lernstrategien im Bereich der überfachlichen Kompetenzen
  • Planung von Interventionen und Unterstützungshilfen

Modul 4

Bedeutung von Bewegung, Raum und Spiel

Kinder des Zyklus 1 und 2 durchlaufen verschiedene Entwicklungsphasen der Grob- und Feinmotorik, die zusammen mit der sozial-emotionalen Entwicklung den (Schul-)Alltag eines Kindes prägen. Die motorischen und sozial-emotionalen Kompetenzen werden durch das Spiel massgeblich und natürlich gefördert. Die Raumgestaltung ist dafür ein zentrales Element, wobei Lernräume so eingerichtet und vorbereitet sind, dass freies Spiel und offenes Lernen in den Alltag integriert werden können. Die Teilnehmenden des Studienganges erwerben Wissen in der motorischen sowie in der sozial-emotionalen Entwicklung der Kinder und vertiefen die Bedeutung des (Rollen-)Spieles. Zudem lernen sie funktionierende Spiel- und Lernumgebungen kennen, die sie in ihren Unterrichtsalltag integrieren können.

Inhalte

  • Verständnis für die motorischen Entwicklung
  • Förderungsmöglichkeiten sozial-emotionaler Entwicklung
  • Vorbereitung, Begleitung und Analyse von freiem Spiel
  • Auseinandersetzung mit sinnvollen Lernumgebungen
  • Raum als dritter Pädagoge

Modul 5

Grundlagen der Kommunikation und Gesprächsführung

Um sich zu verständigen, benötigt der Mensch Sprachausdruck, Sprachverständnis und Fähigkeiten zur nonverbalen Kommunikation. Wie sich diese drei kommunikativen Domänen entwickeln und wie mit diesem Wissen ein lernförderlicher Unterricht gestaltet wird, ist ein wichtiger Bestandteil dieses Moduls. Die Bedeutung von Sprache im Unterricht wie auch in der Interaktion mit Kindern und deren Eltern, wird am Beispiel der Achtsamen Sprache, dem Feedbackverhalten sowie der Mehrsprachigkeit erarbeitet. Gesprächsverläufe von Coaching- und Elterngesprächen werden aufgegriffen und damit die kommunikativen Techniken vertieft. Zudem wird mit einem Exkurs zur Autismus-Spektrum-Störung die Kommunikation in einer besonderen Weise beleuchtet.

Inhalte

  • Entwicklung der drei kommunikativen Domänen
  • Bedeutung von Sprache im Unterricht und in der Interaktion
  • Schwierige Gespräche und achtsame Sprache
  • Mehrsprachigkeit und Behinderung und deren Einfluss auf kommunikative Fähigkeiten
  • Führen von Lern- und Coachinggesprächen

Modul 6

Differenzierte Lernaufgaben gestalten  – Beurteilung

In diesem Modul werden die Erkenntnisse der vorangehenden Veranstaltungen zusammengefügt. Mit dem erworbenen und vertieften Wissen über die Unterschiede der kindlichen Entwicklung wird nun der Blick auf die ganze Klasse ausgeweitet. Die Teilnehmenden lernen Instrumente und Methoden kennen, um wirkungsvolle, differenzierte Lernaufgaben für alle Lernenden ihrer Klasse zu gestalten. Dadurch können alle Kinder einen ihrer Entwicklung angepassten Zugang zu einer Aufgabe finden und am Lernen in der Gruppe teilnehmen. Zudem wird die Lernprozessbegleitung von Begabten bis hin zu Kindern mit Förderbedarf beleuchtet.

Erkenntnisse der Adaption und Binnendifferenzierung werden in den Fachbereichen Mathematik, Deutsch und NMG vertieft sowie praktisch erprobt. Die lernziel- und entwicklungsorientiert gestaltete Beurteilung ist ein wichtiger Bestandteil dieses Moduls.

Inhalte

  • Kenntnisse über die Merkmale von guten Lernaufgaben
  • Kennenlernen und Überprüfen binnendifferenzierter Aufgaben
  • Aufgabenanpassung an eine Schülergruppe aufgrund erarbeiteter Kompetenzprofile
  • Beurteilung im entwicklungsorientierten Unterricht
  • Tiefenstruktur von Unterricht
  • Lernen am Gemeinsamen Gegenstand

Modul 7

Umsetzungsprojekt im eigenen schulischen Umfeld

Die Teilnehmenden wählen einen Teilbereich aus den CAS-Modulen für ihre individuelle Vertiefung aus. Sie planen und erproben innerhalb eines halben Jahres ein Umsetzungs-Projekt für ihre Klasse. Die Dokumentation des Projektes bildet das Herzstück der Zertifikatsarbeit. Die Teilnehmenden erhalten Informationen zum wissenschaftlichen Arbeiten und werden während der theoretischen und praktischen Umsetzung begleitet.

Inhalte

  • Transfer von erworbenem theoretischen Wissen in eine reflektierte Praxis
  • Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten
  • Individuelle Beratung und Begleitung

Modul 8

Präsentation der Umsetzungsprojekte – Zertifikatsarbeiten

Die Teilnehmenden stellen die Erkenntnisse aus ihrem Umsetzungsprojekt im Abschlussmodul vor und stellen diese zur Diskussion. Sie zeigen auf, wie sie die erworbenen Inhalte im eigenen Unterricht angewendet haben, welche Erkenntnisse sie daraus ziehen und was sie in ihrem Unterricht weiterhin anwenden wollen. Wichtige zugrundeliegende Theorien ergänzen die Zertifikatsarbeiten. Durch die Präsentation entsteht einerseits ein Wissenstransfer, andererseits erhalten die Teilnehmenden viele Anregungen für nächste Umsetzungsprojekte im eigenen Unterricht.

Inhalte

  • Konklusion der Inhalte aus dem Zertifikatsstudiengang
  • Präsentation der Umsetzungsprojekte
  • Transfer und Ausblick
  • Feierlicher Abschluss